Schwarzes Loch

„Frage nicht, was andere machen, achte auf deine eigenen Sachen.“

Gar nicht so leicht in der Social-Media-Bubble. Selbst bei engstehenden Personen nimmt der Druck zu – gerade, wenn im Austausch mit Erfolg und Status gedealt wird. Und vor allem, wenn ich realisiere, dass ich krank bin und dadurch einige Einschränkungen habe. Die geplatzten Träume, die weniger werdenden Menschen um einen. Die Zeit, in der ich gefangen bin in Zukunfts- und Existenzängsten.

Ja – Ängste sind meist unbegründet, und wer in Fülle lebt, denkt stets positiv. Doch ist dieser Fülle-Gedanke und die stetige Hoffnung, mit dem Satz „Alles passiert aus einem Grund“ nicht irgendeine Rechtfertigung, um gescheiterte Lebensabschnitte zu erklären und sich irgendwie aus der Negativspirale zu holen?

Was ist, wenn wir alle in einer fetten Illusion leben und wir eigentlich immer wieder beweisen wollen, dass wir das Spiel anders zocken. Und was ist, wenn die Sehnsüchte und tief geglaubten Visionen nur ein Glaube sind – und keine Realität.

Was ist Erwartung der Gesellschaft, des Systems – was bist wirklich du. Wohin führt der Weg, wenn vieles anders läuft als gewünscht. Was, wenn Wünschen nicht existiert und alles nur ein Zufall ist. Kein Manifestieren mit Edelsteinritualen und geschriebenen Briefen unter dem Kissen.

Was ist, wenn wir eigentlich existieren, um in der permanenten Akzeptanz der Realität zu stecken. Ich frage mich das oft, denn durch meine Erkrankung werden mir Träume genommen, denn die Realität ist eine andere. Die Ideen, die ich Anfang des Jahres hatte, sind alle ins Stocken geraten. Und das Miterleben, wie es bei anderen läuft, macht es nicht besser. Nein – ich brauche kein Mitleid, kein „Alles wird gut“, kein „Der richtige Zeitpunkt wird kommen“. Ich brauche Beweise, dass Worte Taten werden und dass Taten keine Worte brauchen.

Denn seien wir mal ehrlich zueinander:
Sind unsere Vorstellungen vom Leben wirklich unsere eigenen oder vorgelebte Sozialisierung? Ist der klassische Weg wirklich das, was wir wollen, oder das, was erwartet wird? Oder sind es Mängel aus der erlebten Kindheit?

Ich dachte mit 16 Jahren, in meinem jugendlichen, naiven Denken, dass ich zehn Jahre später mit Kind und Mann in einer schönen Wohnung sitze. Vielleicht das ein oder andere Land gesehen habe. Keine Sorgen um Geld, einen Job, der mich so weit erfüllt, dass ich gerne arbeiten gehe. Einen intakten und tollen Freundeskreis, mit Menschen, die mich unterstützen. Geburtstage mit einem vollen Tisch und viel Lachen.

Doch die Realität sieht anders aus, und mit der Zeit stelle ich fest, dass diese Vorstellung von damals nur die Sehnsüchte meiner Kindheit waren. Da ich Existenzängste kenne, keine vollen Tische mit Freunden an Geburtstagen hatte, keine intakte Familie, die Sicherheit und Zuversicht spiegelte.

Und dann wäre da meine Krankheit: die höllischen Schmerzen, die Konsequenzen daraus und die Frage, wie es weitergehen soll.

Ist meine Realität wirklich Arbeitslosigkeit, Klinikaufenthalte, Medikamente ein Leben lang, damit ich überhaupt etwas Spaß haben kann. Ist mein Können wertlos. Und ist das eigentliche Existieren des Menschen selbstlos und ein Akzeptieren des Hier und Jetzt.

Diese innere Zerrissenheit fühlt sich an wie ein schwarzes Loch, das einen einsaugt und irgendwo wieder hinausspuckt – in ein Leben, das sich surreal anfühlt und gleichzeitig das ist, was es ist. Einerseits habe ich Vorstellungen und Erwartungen und andererseits ist da die Nüchternheit über die Realität und dem Erlebten, was einen nicht fragen lässt, bin ich alleine mit der Haltung. Sollte ich mich mit dem Nichts zufrieden geben und alle Träume in Rationalität umwandeln. Das was ist, ist möglich und Träumen ist ein großer Witz.

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Hass , Hetze und jede Menge Geschwätze