Dunkelheit

Triggerwarnung: Depressionen und suizidale Gedanken

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal an einem Punkt in meinem Leben stehen würde, an dem ich dem Abgrund entgegenblicke. An dem ich mein Leben hinterfrage — ja, sogar darüber nachdenke, es zu beenden.

Eine aktuell unheilbare Krankheit zu haben, ist das eine.
Doch die Kraft aufzubringen für den Prozess der Akzeptanz, für den täglichen Umgang mit Schmerz und für diesen völlig neuen Lebensweg — das ist etwas ganz anderes.

Durch meine chronische Migräne wurde mir meine Arbeit genommen. Eine Arbeit, die ich wirklich geliebt habe. Eine Arbeit, in der ich Erfüllung gefunden habe. Und genau das fehlt mir.

Hinzu kamen abgesagte Urlaube, unzählige Arztbesuche und Monate voller Hoffnung, Enttäuschung und Warteräume. Doch am meisten schmerzt der Verlust eines Menschen, den ich geliebt habe. Eine Beziehung ging daran kaputt, dass meine Migräne irgendwann zu viel Raum eingenommen hat.

Dazu kommen Zukunftsängste. Existenzängste. Und natürlich diese abnormalen Schmerzen. Und immer wieder diese eine Frage: Warum?

All das führte dazu, dass ich eine Depression entwickelte. Ich hatte zuvor nie wirklich Berührungspunkte mit Depressionen. Klar, hormonelle Verstimmungen oder schwierige Lebensphasen gab es auch bei mir. Aber selbst in Krisen fand ich meistens Stärke. Hoffnung. Positivität. Mein Grundkern war immer optimistisch — wenn auch realistisch.

Doch Anfang dieses Jahres klopfte sie leise an: die Depression.

Die Schmerzen. Der Druck. Die Erwartungen. Die Verluste. Und all die unbeantworteten Fragen über die Zukunft sammelten sich irgendwann zu etwas Dunklem in mir.

Ich kam an meine persönliche Grenze. Plötzlich kannst du einfache Dinge nicht mehr tun. Aufstehen wird schwer. Antworten kostet Kraft. Selbst Freude fühlt sich irgendwann nur noch wie eine Erinnerung an.

Und da ist diese Leere. Eine Leere, die so unerträglich werden kann, dass irgendwann die Frage auftaucht: Warum noch?

Gerade während besonders schlimmer Migräneanfälle kamen diese Gedanken hoch. Dieses Gefühl von: Ich kann nicht mehr.
Mein Körper kann nicht mehr. Warum nicht einfach alles beenden?

Und genau darüber wird viel zu wenig gesprochen.

Depressionen und suizidale Gedanken sind bei chronisch kranken Menschen keine Seltenheit. Auch Phia Quantius beschreibt diese Gedanken in ihrem Buch Bombenkopf sehr offen.

Ich möchte leben. Daran habe ich keine Zweifel.

Aber mit diesen Schmerzen und all den Konsequenzen, die chronische Migräne mit sich bringt, ist Leben manchmal unglaublich schwer.

Es kostet Kraft. Es kostet Geduld. Und manchmal kostet es Teile von dir selbst.

Aber auch das gehört zur Realität dieser Krankheit.

Und falls sich jemand in diesen Worten wiedererkennt:
Du musst damit nicht alleine bleiben.

Die Telefonseelsorge in Deutschland ist rund um die Uhr erreichbar:

0800 1110111 / 0800 1110222 / 116123

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