Ohne Hoffnung
Wir sind verpflichtet als Menschen an die Hoffnung zu glauben.
Nach all dem Schmerz- kommt nun doch etwas positives. Es gibt Hoffnung. Aber auch die große Frage bleibt , was wäre ich ohne Migräne?
Migräne ist schwer zu erklären, weil jeder Mensch sie anders erlebt. Für mich bedeutet sie einen Schmerz, den ich niemandem wünsche. Die Aura kann mich stark beeinträchtigen, und jedes Mal, wenn ich einen Anfall erlebe, fühle ich mich mir selbst ein Stück fremder. Die Tage danach fühlen sich wie ein Kater an – Erschöpfung macht sich breit, das Gehirn hängt nach, und mein Körper muss sich neu sortieren.
Und dann wäre da noch die niedrige Toleranzgrenze für einen neuen Migräneanfall, weil der Körper geschwächt ist.
Und doch gibt es noch so vieles mehr. Aber was wäre, wenn ich anfallsfrei wäre?
Keine Migräne mehr, keine Schmerzen, keine Begleiterscheinungen. Wäre dann alles gut.
Ich glaube nicht. Denn Migräne ist für mich viel mehr. Sie ist ein Signal – ein Zeichen von Überreizung, Überforderung und Stress. Sie ist ein Indikator für meine passive Angststörung und oft ein Ventil, um Ängste auf die Migräne zu schieben, obwohl es eigentlich um minimale Veränderungen geht, die mein neurodivergentes Nervensystem wahrnimmt – und die es länger braucht, zu verarbeiten.
Meist hängt die Migräne bei mir mit langen Reizphasen, viel Denken und Veränderungen zusammen. Und ja, ich weiß es selbst:
Um gesund zu werden, braucht es einen ganzheitlichen Weg – einen Weg, die Balance zwischen Reiz, Aufnahme und Verarbeitung zu finden.
Doch das ist schwierig, vor allem in dieser für mich viel zu schnellen Welt. Ich hänge in vielem hinterher, und manches ergibt einfach keinen Sinn.
Wir leben in der modernsten Moderne, was bedeutet- die Forschung endet nie. Sie gibt vor, sie probiert und auch, wenn ich den Kapitalismus verabscheue, kann ich dankbar , um die Medizin sein. Denn sie ist meine Hoffnung. Dass es eines Tages ein Medikament gibt, was allen Betroffenen hilft. Wir sind die Hoffnung. Für die nachkommenden Generationen.
Außerdem leben wir in der digitalen sozialen Welt. Das heißt immer mehr machen Aufmerksam auf chronische Krankheiten, immer mehr nehmen einen mit in den Alltag, immer mehr leisten Aufklärung. Für mehr Transparenz, mehr Aufsehen und für Empathie. Verständnis und Akzeptanz.
Es nimmt uns vielleicht nicht den Schmerz, die Einsamkeit und die vielen anderen Konsequenzen, aber es gibt uns ein solidarisches Miteinander.
Ein nicht ganz allein sein. Ein wenig Gemeinsam statt Einsam. Und es bringt uns Hoffnung.
Auch, wenn es manchmal nur ein klein wenig ist.