Lachnummer

„Schade ist nur, was du nicht beeinflussen kannst. Alles andere sind Entscheidungen.“ – Tage, die es nicht gab

Doch was waren Entscheidungen, was waren Entscheidungen anderer? Wie oft sind wir abhängig von anderen Entscheidungen. Und wie kann es sein, dass wir trotzdem die Möglichkeit haben, selber zu entscheiden, wie wir damit umgehen.

Der Schmerz, der einen durchzieht, wenn eine Entscheidung getroffen wurde, die wir nicht beeinflussen konnten. Die über unseren Kopf entschieden wurde und wir hilflos dasitzen, weil wir nichts mehr daran rütteln können. Keine Chance auf eine Erklärung, einen Beweis, dass die andere Person falsch liegt. Trennungen von Eltern, Entscheidungen von Eltern, die für unser „Bestes“ beschlossen wurden – Break-ups.

Verlust, weil andere entschlossen haben zu gehen. Kündigungen, Eigenbedarf von Dingen und so vieles mehr.

Was bleibt, ist dieser eiskalte Schmerz, der sich unter die Haut zieht und dir immer wieder vor Augen führt, wer du bist. Der Schmerz, der den inneren Kritiker füttert bis zur Bewusstlosigkeit. Dem gleichgültigen Alltag, weil alles egal wird. Denn wieso noch Kraft und Energie in etwas stecken, was nicht von einem selbst beschlossen wurde.

Rache ist süß, doch sie nährt nur weiter den eigenen Schmerz und gibt ein kurzes High. Denn es bleibt die Ernüchterung, dass du egal bist. Über diese Entscheidung hinaus bist du egal. Weil, wenn du es nicht wärst, wäre sie nicht entschieden worden. Aber ist doch zu deinem „Besten“.

Es wäre so schön, wenn ich genauso egoistisch, gleichgültig und kühl durch die Welt gehen könnte. Ganz klar mit dem Wissen, dass meine Entscheidungen jemanden verletzen, es mir aber egal ist, weil ich an mich denke. Und nicht an andere. Und wenn ich es versuche, dann werde ich am Ende doch verletzt, weil es nicht meinem Naturell entspricht.

Es ist ein schmerzhaftes, einsames und dunkles Leben, wenn dir bewusst wird, dass du Menschen durchschaust, weißt, wie sie ticken. Du in Geduld ihnen Zeit geben musst, damit sie selber an den Punkt kommen. Dir immer wieder gesagt wird, dass du anstrengend bist. Sich viele Freundschaften verlieren, weil du für dich eingestanden bist. Der emotionale Mülleimer.

Dieses Leben ist für viele das Abenteuer. Doch für mich ist es eine Tortur, denn ich sehe, was andere nicht sehen wollen. Ich höre, was andere überhören. Ich sehe, wo andere blind sind. Ich spüre, was andere verdrängen.

Was bleibt, ist eine Lachnummer, denn das ist es doch. Ein Witz, ein Scherz, ein schlechter Film.

Ehrlichkeit wird bestraft.

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