Leere Hüllen
Eigentlich wollte ich erstmal nicht mehr schreiben, weil ich den Sinn verloren habe, aber da die Rechnung für die Website gut Geld gekostet hat, wäre es zu schade, es nicht mehr zu tun.
Der Januar ist schon wieder fast zu Ende und wir haben das Jahr 2026. Das Jahr der Eins. Im Spirituellen bedeutet das der Neuanfang. Wir ließen 2025 mit der Neun enden und beginnen bei Eins. Alles, was sich schwer anfühlt, wird leichter. All die Spannungen sortieren sich neu. Doch wer glaubt schon an Numerologie oder Spiritualität, wenn die Alltagsprobleme die gleichen sind.
In den letzten Wochen habe ich ein weiteres Mal begriffen, dass wir Menschen nichts weiter als leere Hüllen sind. Hüllen, die sich anpassen, die versuchen zu sein, obwohl sie es nicht sind. Wir sind gefangen in Ängsten, Zweifeln und Sorgen. Werden geformt aus einer kollektiven Angst und leben danach.
Der erzeugte Mangel schenkt uns das Gefühl, nie genug zu sein. Und diesem Gefühl kompensieren wir unser Sein. Wir konsumieren ganz selbstverständlich schädliche Substanzen. Wir finden uns im Kaufrausch wieder und sind danach nicht glücklicher. Wir leben in Beziehungen, als wäre es das Ziel des Lebens.
Doch in Beziehungen zu leben geschieht ebenfalls im Mangel. Denn die meisten Beziehungen, die wir leben, sind welche, die nur in der Macht der Gewohnheit bestehen bleiben und nicht in der wahren Liebe. Denn lieben bedeutet, mit- und ohneeinander zu können.
Und da die meisten Menschen nicht in der Lage sind, ohneeinander zu leben, halten wir uns still und heimlich Hintertüren zur Flucht offen. Denn wir spüren den Druck, wir wollen gefallen, um wieder genug zu sein. Und wenn uns die Last und dieses Nicht-gut-genug-sein aufreißt, dann flüchten wir.
Ich frage mich wirklich, ob nur ich allein der Ansicht bin, dass unsere Gesellschaft eine Masse der Kopie des Anderen ist und Individualität eines Menschen nichts anderes ist als ein Witz.
Denn wir machen alles sehr ähnlich. Wir leben das Leben nach Mustern, die uns beigebracht wurden. Darin anders zu denken ist der sichere Selbstmord für das Dazugehören.
Als ich begriff, dass meine Hochsensibilität dazu führt, in völlig anderen Mustern zu denken, die Welt komplett zu hinterfragen und die Antworten immer die selben sind, frage ich mich, wie soll ich hier leben. In einer Welt, die mich ablehnt, weil ich so gerne meinen Senf dazu gebe.
Direkt und ehrlich frage, analysiere und verstehe. Durchschaue und merke, wer eine weitere Hülle ist und wer bereits verstanden hat, dass wir mehr sind als eine Maske.
Und am Ende mich für die Authentizität entscheide und trotzdem einsam den Weg beschreite. Weil Oberflächlichkeit für mich nichts ist.