Trigger

Das Wort „Trigger“ begegnet uns fast täglich auf Social Media und ist in der Psychologie gar nicht mehr wegzudenken – vor allem die Tipps und Tricks, Trigger zu vermeiden.

Bei einer Migräneerkrankung gibt es eine ganze Menge an Triggern, also Auslösern. Da ich von meiner Migräne schreibe, werde ich auch nur meine Trigger beschreiben – diesmal allerdings mit ein paar persönlichen Tipps. Kurz vorweg: Meine Migräne unterscheidet sich in drei verschiedene Varianten:

  • die wetterbedingte Migräne

  • die hormonbedingte Migräne

  • die stressbedingte Migräne

Auf das Wetter und meine Hormone habe ich wenig Einfluss. Aber auf den Stress. Und Stress kann alles bedeuten – daher sind die Trigger hier besonders vielfältig. Auch meine Hochsensibilität spielt dabei eine Rolle, darauf werde ich allerdings im nächsten Beitrag näher eingehen.

Für mich beginnen die Auslöser schon zu Beginn des Tages. Denn eines, das besonders wichtig ist, ist mein Schlaf. Wenn ich nicht mindestens acht Stunden schlafe – Traum wären neuneinhalb Stunden – ist eine Migräne schon fast vorprogrammiert.

Weiter geht es mit regelmäßigen Mahlzeiten und der Frage: Welche Nahrung? Denn Histamin ist ein weiterer Auslöser für Migräne. Gerade vor Anfällen verspüre ich einen Heißhunger auf Süßes, vor allem auf Schokolade, was auch ein Indiz für einen erneuten Anfall sein kann. Zudem schmecken mir Sushi, Nüsse, Käse, Zitrusfrüchte und vieles mehr – Lebensmittel, in denen überall Histamin steckt.

Genug trinken darf ich ebenfalls nicht vergessen. Wenn ich meine zwei Liter am Tag nicht trinke, dann – zack – ist sie da.

An- und Abreisetage sind besondere Trigger, da ich Höhenmeter oder Wetterumschwünge direkt spüre und meistens Migräne bekomme. Gerade schaffe ich es kaum, ohne Anfall in ein Flugzeug zu steigen oder daraus auszusteigen, was meine Reiseziele erst einmal in weite Ferne rückt.

Natürlich braucht es im Leben Bewegung und Sport. Nur kann ich gewisse Sportarten nicht ausüben, da starke Muskelanspannungen ebenfalls Migräne auslösen können. Im Winter war ich Schlittschuhlaufen – eine meiner Lieblingssportarten. Nach einer halben Stunde bin ich erblindet und mit Schmerzen wieder vom Eis gegangen.

Und ja, da wären noch die Reize, die auf mich einprasseln und irgendwie ungefiltert verarbeitet werden müssen. Das heißt: Banale Dinge wie einkaufen, shoppen, essen gehen oder Auto fahren sind Höchstleistungen für mich und meinen Körper – und können mit Schmerzen enden.

Am Ende bleibt noch der psychische Stress. Der unsichtbare Stress. Ein stressiger Tag in der Arbeit, ein unausgesprochener Konflikt, Lebensumstellungen und unvorhergesehene Wendungen. Selbstzweifel, Schuldgefühle und Angst. All das kann ebenfalls Migräne auslösen.

Ihr lest selbst: Migräne zu haben ist ein Hochleistungssport voller Eigenverantwortung und Selbstdisziplin. Und niemand kann mir erzählen, dass wir jeden Tag diese Balance finden und vollkommen gelassen durch die Welt gehen.

Wie oft verspüre ich keinen Appetit und zwinge mich trotzdem zum Essen. Wie oft falle ich nach der Arbeit zu müde ins Bett und lasse den Sport aus. Wie oft schmeckt mir Schokolade einfach zu gut oder ich fahre doch zu lange Auto, weil ich keine fünf Stunden brauchen möchte. Aber Migräne fordert einen dazu auf, genau darauf zu achten – und das ist ein Prozess.

Was mir geholfen hat, war ein Tagebuch zu führen und meine Trigger herauszufinden. Außerdem habe ich mittlerweile Routinen entwickelt, die mir den Alltag etwas erleichtern. Und ich übe mich in Empathie mit mir selbst. Denn es ist okay, all das auch mal nicht zu schaffen.

Schon verrückt, dass Sportler Medaillen bekommen – und ich mir selbst auf die Schulter klopfe, weil ich einen weiteren Tag diszipliniert gelebt habe, nur um keine Schmerzen zu haben.

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